Ein quelloffener Reise-Router-Bauplan. Ein MikroTik hAP ax2 tunnelt jedes angeschlossene Gerät über WireGuard auf UDP 443 zurück in dein Heimnetzwerk — egal wo du bist, surfst, streamst und arbeitest du mit deiner Heim-IP, deinem Heim-DNS und deinem Heim-Austritt. Wechselt automatisch zwischen Kabel-LAN, Venue-WLAN und Handy-Hotspot. Früher Hush Trips VPN.
Eine SSID, überall auf der Welt — du landest in deinem eigenen Heim-LAN.
Eine SSID, überall
Verbinde dich am Laptop oder Handy mit AnchorPoint Home Network und du bist in deinem Heimnetzwerk — gleicher DNS, gleiche Austritts-IP, gleiche Geolokalisierung.
Firewall-freundlich
Der Tunnel läuft über UDP/443, nicht von HTTPS zu unterscheiden. Hotel-, Flughafen- und Firmen-Firewalls, die „echte" VPN-Ports blockieren, lassen ihn durch.
Automatisches Uplink-Failover
Kabel-LAN wenn vorhanden, sonst Venue-WLAN, sonst dein Handy-Hotspot. Prioritätsbasiert, selbstheilend, kein manuelles Umschalten.
Selbst gehostet & offen
Das Heim-Ende ist eine einfache FRITZ!Box oder ein beliebiger Linux-Rechner. Kein Cloud-VPN-Anbieter, kein Abo. Jeder Befehl liegt unter MIT auf GitHub.
Zwei Netzwerke, ein Tunnel
Halte Zuhause (den Austrittspunkt) und Reise (wo der MikroTik ist) getrennt — alles andere folgt daraus.
Reisegeräte liegen im 192.168.20.0/24, tunneln über UDP 443 zum WireGuard-Server zu Hause (10.0.80.1) und treten über die Heim-Internetleitung aus.
Heimnetzwerk
Reisenetzwerk
Wo
Zuhause / Büro
Hotel, Café, Flughafen, Kundenstandort
Hardware
FRITZ!Box oder Linux + WireGuard-Server
MikroTik hAP ax2 — WireGuard-Client
Rolle
Austrittspunkt — Traffic erreicht hier das Internet
Eintrittspunkt — sammelt deine Geräte
WireGuard
Lauscht auf UDP 443
Wählt nach Hause über UDP 443
Subnetz
10.0.80.0/24 (Tunnel), Server 10.0.80.1
192.168.20.0/24, Gateway 192.168.20.1
Voraussetzung: ein WireGuard-Server zu Hause
AnchorPoint nutzt einen WireGuard-Server — es erstellt keinen. Baue zuerst das Heim-Ende auf.
Das Heimnetzwerk ist der Austrittspunkt. Du brauchst einen laufenden WireGuard-Server zu Hause, bevor der Reise-Router etwas hat, wohin er sich einwählen kann. Der einfachste Weg ist eine FRITZ!Box (FRITZ!OS 7.50+ hat WireGuard eingebaut); jeder Linux-Rechner geht ebenso.
AFRITZ!Box als WireGuard-Server
Öffne http://fritz.box → Internet → Freigaben → VPN (WireGuard) → Verbindung hinzufügen.
Wähle die Option „für eine bestimmte Anwendung / benutzerdefiniert" (nicht die geführte MyFRITZ!-App-Variante), damit du eine rohe Konfiguration exportieren kannst.
Benenne sie anchorpoint-travel-router. Die Box erzeugt ein Schlüsselpaar und eine Client-Konfiguration — lade sie herunter / kopiere sie.
Stelle den nach außen sichtbaren Listener auf UDP 443, damit clientseitige Firewalls ihn wie HTTPS behandeln. Sitzt die FRITZ!Box hinter einem anderen Modem, richte dort eine Portfreigabe UDP 443 → FRITZ!Box ein.
Richte DDNS ein, damit der Reise-Router immer nach Hause findet: Internet → MyFRITZ!-Konto gibt einen kostenlosen xxxx.myfritz.net-Namen, oder nutze Internet → Freigaben → DynDNS für deinen eigenen Anbieter.
Prüfe es, bevor du losfährst. Importiere die Client-Konfiguration über Mobilfunk in die WireGuard-Handy-App und verbinde dich, dann öffne ifconfig.me. Es muss deine Heim-IP zeigen — das beweist, dass Zuhause der Austrittspunkt ist.
Lieber ein Raspberry Pi / Mini-PC / VPS? Betreibe WireGuard auf ListenPort = 443, maskiere den Tunnel ins Internet, gib UDP 443 auf dem vorgelagerten Router frei und richte DDNS ein. Das vollständige Server-Snippet liegt im Repo unter config/wireguard-client.conf.example.
Reise-Router: MikroTik hAP ax2
Konfiguration in WinBox → New Terminal. Der Reihe nach einfügen; jeden <PLATZHALTER> ersetzen.
1Zeit & Zeitzone (WireGuard braucht eine korrekte Uhr)
Der Import erzeugt das Interface wg1. AllowedIPs = 0.0.0.0/0 ist ein Full-Tunnel — genau das macht Zuhause zum Austrittspunkt. Endpoint … :443 wählt über den HTTPS-Port aus, damit Venue-Firewalls es zulassen.
3Reise-LAN 192.168.20.0/24, durch den Tunnel geroutet
# eigene VPN-Bridge auf ether2
/interface bridge port remove [find interface=ether2]
/interface bridge add name=bridge-vpn
/interface bridge port add bridge=bridge-vpn interface=ether2
/ip address add address=192.168.20.1/24 interface=bridge-vpn
# Policy-Route: gesamtes Reise-LAN tritt über den Tunnel aus
/routing table add name=to-vpn fib
/ip route add dst-address=0.0.0.0/0 gateway=wg1 routing-table=to-vpn
/routing rule add src-address=192.168.20.0/24 action=lookup-only-in-table table=to-vpn
/ip firewall nat add action=masquerade chain=srcnat out-interface=wg1
# DHCP für deine Geräte, DNS auf Zuhause gerichtet (kein DNS-Leak)
/ip pool add name=vpn-pool ranges=192.168.20.10-192.168.20.100
/ip dhcp-server add address-pool=vpn-pool interface=bridge-vpn name=dhcp-vpn
/ip dhcp-server network add address=192.168.20.0/24 dns-server=10.0.80.1 gateway=192.168.20.1
4MTU / MSS — verhindert „verbindet, aber nichts lädt"
Das 5 GHz-Radio (wifi1) strahlt dein Heimnetzwerk aus. Das 2,4 GHz-Radio (wifi2) ist als Uplink-Radio für Venue-WLAN / Hotspot reserviert (siehe unten). Beide Radios nur dann für die Heim-SSID nutzen, wenn dein Uplink der kabelgebundene ether1-Port ist.
Uplink-Failover: LAN → WLAN → Hotspot
Der Router behält den höchstpriorisierten Uplink mit funktionierendem Internet — und heilt sich selbst.
Die Failover-Skripte (Switch-To-Venue, Switch-To-Hotspot), das WAN-Watchdog-Netwatch und der 15-Minuten-Probe-Venue-Scheduler liegen im Repo unter config/mikrotik-uplink-failover.rsc. Hotelwechsel: /interface wifi configuration set wifi-cfg-venue ssid="<NEUE_SSID>" dann /system/script/run Switch-To-Venue.
Verwendete Ports — Heim vs. Reise
Zuhause öffnet genau einen eingehenden Port; Reise braucht genau einen ausgehenden Port.
Heimnetzwerk (WireGuard-Server — Austrittspunkt)
Port
Proto
Richtung
Zweck
443
UDP
Eingehend (Internet → Server)
WireGuard-Listener — auf den Server portweiterleiten. Der einzige eingehende Port. Sieht wie HTTPS aus, daher lassen Client-Firewalls ihn zu.
53
UDP/TCP
Intern
DNS-Resolver (10.0.80.1), den Tunnel-Clients nutzen. Bleibt im LAN.
123
UDP
Ausgehend
NTP-Zeitsynchronisation.
—
DDNS
Ausgehend
Hostname (z. B. myfritz.net), der die wechselnde Heim-IP verfolgt.
Reisenetzwerk (MikroTik hAP ax2 — Client)
Port
Proto
Richtung
Zweck
443
UDP
Ausgehend (Router → Zuhause)
Der einzige Port, den der Tunnel braucht. Wählt home.example.myfritz.net:443. UDP/443 übersteht restriktive Venue-/Firmen-Firewalls.
67 / 68
UDP
Beide
DHCP — Client auf den Uplinks (ether1, wifi2); Server auf bridge-vpn, der 192.168.20.x vergibt.
53
UDP/TCP
Intern → Tunnel
DNS deiner Geräte, weitergeleitet an den Heim-Resolver. Leakt nicht ins Venue.
123
UDP
Ausgehend
NTP — korrekte Zeit ist Pflicht, sonst scheitert der WireGuard-Handshake.
In einem Satz: Zuhause öffnet nur UDP/443 eingehend; Reise braucht nur UDP/443 ausgehend. Sowohl 10.0.80.0/24 (Tunnel) als auch 192.168.20.0/24 (Reise-LAN) bleiben privat und sind vom Venue aus nie erreichbar.